Graz, la citta e deserta (Fehlende Accents bitte ich zu übersehen, ich bin mir der korrekten Schreibweise durchaus bewußt; allerdings nimmt mir Blogger samt Windows diese ewige Accenttour etwas krumm, will mir scheinen.). Der gestrige Feiertag, der heutige "Tag des Rektors", das alles führt dazu, daß der Großteil der Studenten die Stadt verlässt. Fast wie die Ratten ein sinkendes Schiff. Zurück bleiben die Einheimischen, Alte, Kranke, Kinder. Diejenigen, die normalerweise in sinkenden Schiffen bevorzugt und zuerst in die Rettungsboote verfrachtet werden. Aus diesem Grund hatte ich die Hoffnung, abendlich in einem nicht völlig überfüllten Lokal zu landen, und so warf ich sämtliche frühabendlichen, frommen Vorsätze über Bord - früh schlafengehen, noch früher aufstehen - und mich ins Nachtleben. Die mitternächtliche Pizza war ein Gedicht, der Wein war es weniger, der Mojito riss es dann wieder heraus, aber letztlich fehlen mir die Stunden zwischen eins und drei. Doch noch zuviele Menschen, zu laute Musik, zu gute Getränke und wie immer keine Uhr, um dem Ablauf soetwas wie eine chronologische Ordnung zu verpassen, so daß sich einmal mehr keine klar strukturierte Erinnerung im Gedächtnis festsetzt. Lediglich dieses warme, zufriedene, satte Gefühl. Zu guter letzt verzog ich mich auf den Schloßberg, um dem Sonnenaufgang über der Stadt, mit der sich mein Schicksal auf Gedeih und Verderb verbunden zu haben scheint, zuzusehen. Innerlich fühle ich mich so ruhig und leer wie schon seit langem nicht mehr. Ein strahlender Tag zieht heran, und obwohl mir ein paar Dinge wirklich fehlen, fühle ich mich hier am Ende der Welt einmal mehr gut aufgehoben.