Im Februar vor fünf Jahren kam es in New York zu einem tragischen "Unfall", bei dem der 22-jährige, unbewaffnete, dunkelhäutige Immigrant Amadou Diallo von vier Zivilpolizisten mit 41 Schüssen, von denen 19 ihr Ziel trafen, in einem Blutbad erschossen wurde. Die Polizisten wurden ein Jahr später von einer Jury von allen Vorwürfen freigesprochen. Das Opfer hätte nach einer Waffe gegriffen, so verteidigten sich die Polizisten.
Vor fast genau vier Jahren, nachdem das Urteil der Jury rechtskräftig wurde, hat Bruce Springsteen das Lied "American Skin (41 Shots)" geschrieben und aufgeführt. Die Reaktionen waren ähnliche, wie man sie auch heute aus Amerika kennt: Bürgermeister Giuliani, der bei den Terroranschlägen in New York ins Rampenlicht der weltöffentlichen Aufmerksamkeit rückte und so zu Ruhm gelangte und der für seine harte Vorgehensweise gegen Verbrechen berühmt-berüchtigt war, versuchte schon damals, die künstlerische Freiheit und die freie Meinungsäußerung zu untergraben, indem er das Lied verbieten lassen wollte. Polizistenvereinigungen äußerten sich wütend, Polizisten verweigerten bei Konzerten, in denen das Lied gespielt werden sollte, ihren Dienst. Eigentlich hätte man es kommen sehen können: "The land of the free", das wird es bleiben, ein Traum, wenn auch ein amerikanischer.