7.2.10


Vorabendgeburtstagsfeier. Restalkohol. Kopfschmerzen. Und kein Schlüssel für die Arbeit. Das bedeutet: Nach zwei Stunden Schlaf aufstehen, in die Kälte hinaustreten. Fahrradfahren. Mit Restalkohol. Und warten. Kalt. Schnee. Eis. Wind. Warten. Daß der Fahrer kommt. Niemand weiß, wann das sein wird. Der Fahrer hat kein Handy. Also warten.

Nach etwas mehr als eineinhalb Stunden und einigen nächtlichen Begegnungen der angenehmeren oder unangenehmeren Art höre ich Motorengeräusch und das knarzende Geräusch von technogequälten, unterdimensionierten Autolautsprechern. Der pummelige Fahrer windet sich aus der Fahrerkabine. Und ich versuche vergeblich, meine steifen Glieder zu strecken und auf das wärmende schwarze Loch, als das sich die nunmehr offene Tür darstellt, zuzustaksen.

Der Technohörer erschrickt zu Tode, als ich wie ein schneebedeckter Zombie auf ihn zutaumle. Kurzer Gruß meinerseits, eher ein Grunzen unter der eisverkrusteten Kapuze hervor, und die Wärme umfängt mich wie eine Fremde. Ich strecke mich auf der Bank aus und schlafe eine halbe Stunde, während der Restalkohol in meinen Schläfen pocht.

Nächstes Weihnachten spende ich für Obdachlose.

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